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Interview mit Elisabeth Ronja Härdi, Gesang

7 Fragen an Elisabeth Ronja Härdi, Gesang

Was ist für Dich zentral im Musikunterricht?
Jeder Schüler, jede Schülerin ist frei in der Wahl seiner oder ihrer Prioritäten. Wenn unsere Prioritäten zusammenpassen, kann der entstehende Kreativraum berührende Momente erschaffen und die innere Musik, die der Schüler/die Schülerin in sich trägt, erklingen. Ich weise darauf hin, dass meine Qualitäten zu gleichen Teilen aus meiner jahrelangen Erfahrung als Sängerin und Gesangsdozentin, wie aus Tools der Intuition, Lebenserfahrung, meiner Liebe zum Menschen und der Stimme, die in ihrem Klang einen stillen Zauber trägt, der – wie der Staub auf den Flügeln eines Sommervogels – erkannt werden möchte, zu verstehen sind. Die Stimme an sich hat, nebst ihrer natürlichen Formgebung, keine Grenzen. Aus dem Blick unserer Persönlichkeit setzen wir Grenzen, um unsere Stimme im freien Klang zu erfahren. Diese werden im Unterricht gleichsam ins Bewusstsein gehoben und berücksichtigt. Daraus entwickeln sich neue Klangräume. Die Stimme möchte expandieren, wir möchten begrenzen. Aus diesem «scheinbar Unvereinbaren» kann eine wahre Schöpferkraft entstehen, in welcher die Stimme ihr Zuhause findet. Die Momente des Gelingens sind bewegend, und können sich durchaus auch transformativ auf die Lebensqualität auswirken. Ich verstehe mich als Wegbereiterin mit klarem Fokus auf das Bestmögliche des Schülers/der Schülerin.

Wie hast Du Deinen eigenen Unterricht / Deine Ausbildung erlebt?
.Hinhörend, mit verspielter Authentizität, mit Freude, Leichtigkeit, fordernd und dennoch angepasst an den Entwicklungsstand meiner Persönlichkeit und meiner Stimme; So habe ich meine Lehrerin erlebt.
Mit grosser Hingabe an die Musik und an die Bühne kannte sie kaum Grenzen ihrer eigenen Befindlichkeit.
Für mich als ‘Bündner Land-Ei’ war dies damals eine vollkommen neue, faszinierende Welt.

Was nimmst Du davon für Dein Unterrichten mit?
-Kreatives Dranbleiben. Ich habe gelernt, dass Befindlichkeiten vorübergehen, und, dass auf einen schlechten Tag auch wieder ein guter folgt.
-Entdeckergeist und mit Freude auf die Bühne der eigenen Souveränität!
-Die völlig unerwartete Entdeckung meines Talentes und, dass meine Stimme zu meiner Berufung wurde haben mir gezeigt, dass es immer ein Tor zu den eigenen wahren Begabungen und Qualitäten gibt; und wie weitreichend Zufälle im Leben sein können, wenn man dieses Tor durchschreitet.
– Hier verstehe ich mich mit meinem Wissen gleichermassen als Coach und Begleiterin.

Wie hast Du Dein Instrument ausgewählt? Gibt es ein prägendes Erlebnis?
Ich hatte die Stimme schon früh als ein gleichsam machtvolles wie die Menschen verbindendes Instrument erlebt. Wo gesungen wurde, da war ich glücklich! Vollkommen unerwartet wurde mein Leben in meinem 18. Lebensjahr auf den Kopf gestellt. Während eines Chorkonzertes fiel meine Stimme einem Solisten auf, und er empfahl mir, unbedingt einer neuen Gesangsdozentin an der ZHdK Zürich vorzusingen. Diese war derart begeistert von der Natürlichkeit meiner Stimme, dass sie sich bereit erklärte, mich in ihre Klasse aufzunehmen. Durch diesen Zufall kam ich als Sängerin auf die Bühnen Europas.

Mit welchem Schülertyp arbeitest Du besonders gerne?
Es ist mir eine Freude mit jeder Schülerin und jedem Schüler zu arbeiten, die/der mit offenem Interesse in die Welt der Stimme und der Musik einsteigen möchte.
Hier ein paar Beispiele dazu wie dieser Schülertyp die Zusammenarbeit erleben kann:

“…Elisabeth hat ein unglaubliches Repertoire an Übungen, darunter solche für die Atmung, die mentale Konzentration, die körperliche Bewegung und sogar Elemente aus dem Tanz. Ihre Kreativität ist grenzenlos, und sie ist bestrebt, für jeden einzelnen Schüler die beste Methode zu finden. Ich schätze es sehr, dass sie versteht, dass jeder Mensch einzigartig ist und dass diese Unterschiede von Bedeutung sind. Über die Technik hinaus erkunden wir ein vielfältiges Repertoire…”

“…Als ich meine erste Probestunde hatte, war ich mir nicht ganz sicher, was ich erreichen wollte und wohin ich mit meiner Musik wollte. Aber eines war klar: Ich wollte weiter mit ihr arbeiten. Wenn ich jetzt zurückblicke, bin ich erstaunt, wie sich meine Stimme und ich als Person seither verändert haben…”

“…Dank ihrer Ermutigung habe ich die Möglichkeit, an einer Vielzahl von tollen Veranstaltungen teilzunehmen, darunter Open-Air-Musikfestivals, Musizierstunden, Konzerte mit einer Band, Gesangswettbewerbe und vieles mehr. Ich bewundere ihre Offenheit für neue Erfahrungen sehr, die meinen eigenen Enthusiasmus für die Erforschung von Musik in all ihren Formen widerspiegelt…”

“…Bei Elisabeth Härdis Unterricht geht es um mehr als nur um das Singen: Es geht um Wachstum, Entdeckung und die Eröffnung der unglaublichen Welt der Musik. Ich bin wirklich dankbar für die Reise, die wir bisher gemeinsam gemacht haben, und freue mich auf alles, was vor uns liegt…”

Welche Schülereigenschaften empfindest Du als Herausforderung?
Es gibt Schüler*innen, die mit Vorstellungen kommen, die nicht zu meiner Arbeit passen. Ich schaue mit meinen Schüler*innen was sie fasziniert und wo ihre Freude liegt. Kann ich sie hier unterstützen, passt es. Ansonsten lasse ich sie weiterziehen.

Beschreibe kurz Deinen Unterrichtsraum.
Zur Zeit unterrichte ich in einem grossen Zimmer der wunderschönen Villa Mettlen. Diese gehört zur gemeinde Muri bei Bern und steht inmitten eines grossen Parks mit Springbrunnen und Bäumen rundherum. Von Zeit zu Zeit lässt da und dort auch ein Eichhörnchen blicken, das vor dem Fenster von Ast zu Ast springt.

Elisabeth Ronja Härdi unterrichtet Gesang in Muri BE.

Elisabeth Ronja Härdi, Gesang

Elisabeth Ronja Härdi unterrichtet Gesang in Muri BE.

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