Dein Nachbar Dein Musiklehrer | Deine Nachbarin Deine Musiklehrerin

Interview mit Nadia Minder, Cello

7 Fragen an Nadia Minder, Cello

Was ist für Dich zentral im Musikunterricht?
Für mich steht der Schüler, die Schülerin stehts im Mittelpunkt. Klingt etwas abgedroschen, ist aber so…
Wünsche (sofern sie halbwegs realistisch sind) versuche ich bestmöglich zu erfüllen und schreibe deshalb auch oft Stücke um, damit sie spielbar werden. Wer die Musik mag, ist auch motivierter sein Instrument zu Hause in die Hand zu nehmen.
Da sind wir schon bei der Motivation. Die intrinsische Motivation. Ich probiere sie mit allen möglichen Tricks zu fördern (gemeinsames Musizieren, auswärtige Ensembles, fächerübergreifende Gruppen mit Freund*innen, etc). Das macht meinen Unterricht sehr abwechslungsreich und deshalb ist er niemals bei zwei Schülerinnen gleich. So ist auch der Werdegang von jedem Schüler ganz individuell.

Wie hast Du Deinen eigenen Unterricht / Deine Ausbildung erlebt?
Sehr unterschiedlich. Es gab in meiner Kindheit Lehrpersonen, die die ganze Stunde lang nicht von ihrem Stuhl aufstanden und auf die Minute genau mit dem unterrichten aufhörten. Da war wenig Begeisterung zu spüren und ich wusste recht bald, dass ich in meinem Leben alles andere werden möchte als Musikerin. (Meine Eltern, Onkel und Grosseltern waren ebenfalls Musiker).
Doch dann wurde es immer besser… Ich durfte bei wunderbaren Menschen in den Unterricht, die mich nahmen, so wie ich bin und die mich “fliegen” gelernt haben. Plötzlich merkte ich, wie Musik eine sehr grosse Rolle für mich spielt, genauer gesagt die Pädagogik. Ich konnte mir nichts anderes mehr vorstellen! Höhepunkt war das Studium bei Guillaume Martigné, der mir mit liebevoller Strenge sehr viel künstlerische Freiheit liess.

Was nimmst Du davon für Dein Unterrichten mit?
Definitiv die künstlerische Freiheit. Ein Schüler, eine Schülerin soll die Musik so spielen wie sie sie spürt, auch wenn es nicht mein Geschmack ist. Mein Lehrer sagte immer “joue comme tu veux, mais convaincs-moi!” (Spiel wie du willst, aber überzeuge mich).

Wie hast Du Dein Instrument ausgewählt? Gibt es ein prägendes Erlebnis?
In meiner ganzen Familie gibt es nur Streicher*innen. Da hab ich als Kind einfach das genommen, was “herumstand” und das gleiche gemacht wie alle anderen: Violine gespielt. Später, mit 12 Jahren, hab ich dann zum Cello gewechselt.

Mit welchem Schülertyp arbeitest Du besonders gerne?
Mit den wilden, ehrlichen. Wie schön ist das, wenn ein Schüler, eine Schülerin geradeaus sagt, was sie denkt oder fühlt! Es ist dann zwar als Lehrperson nicht immer ganz einfach, die Rückmeldung anzunehmen, aber immerhin weiss ich, woran ich bin und kann meinen Unterricht dementsprechend anpassen.

Welche Schülereigenschaften empfindest Du als Herausforderung?
Wenn jemand sehr brav ist und keine Meinung hat (aus Anstand), zu allem “ja” oder “weiss nicht” sagt.

Beschreibe kurz Deinen Unterrichtsraum.
Mein Raum ist sonnig und sehr hoch. Man sieht in den Garten. Es hat ein Klavier, ein grosses Gestell mit vielen Noten, einen Bürotisch mit Drucker (ganz wichtig) und mehrere Celli, die da stehen.

Nadia Minder unterrichtet Cello in Basel.

Nadia Minder, Violoncello

Nadia Minder unterrichtet Violoncello in Basel

MEIN MUSIKUNTERRICHT GANZ IN MEINER NÄHE